Am vergangenen Wochenende war die U16-Auswahl des Thüringer Judoverbands bei den Bundessichtungsturnieren in Düsseldorf und Duisburg im Einsatz. Die traditionell stark besetzten Wettkämpfe stellten für das sehr junge Team eine große Herausforderung dar.
Die Mädchen gingen in Düsseldorf an den Start und wussten trotz starker Konkurrenz zu überzeugen. Allen voran zeigte Skyla Hertwig (PSV Erfurt) eine herausragende Leistung und unterstrich eindrucksvoll ihr Potenzial auf nationalem sowie internationalem Niveau. Nach einer Auftaktniederlage gegen Lien van Ratingen aus den Niederlanden war sie in der mit 33 Teilnehmerinnen stark besetzten Gewichtsklasse gezwungen, den langen Weg durch die Trostrunde zu gehen. Diese Aufgabe meisterte die junge Sportschülerin mit großer Entschlossenheit. Mit Siegen über Iris Dunet, Paula Schumacher, Liesbeth Krüger, Nahla Frick, Jule Doll und Larissa Gottwald kämpfte sie sich bis auf das Podest vor und sicherte sich verdient die Bronzemedaille.
Auch Elise Reuken (JC Jena), Luna Sens (PSV Erfurt) und Sara Landgraf (Kodokan Erfurt) konnten Akzente setzen und jeweils einen Kampf für sich entscheiden, mussten sich jedoch im weiteren Turnierverlauf geschlagen geben. Für Sara reichte es am Ende für einen siebten Platz.
Die männliche Auswahl stellte sich in Duisburg der starken Konkurrenz. Auch wenn es diesmal noch nicht für eine Medaille reichte, überzeugten die Thüringer Judoka mit engagierten Auftritten. Eric Weber (JSV Auma) und Thore Schneider (JC Jena) verpassten mit jeweils fünften Plätzen nur knapp das Podium.
Eric Weber zeigte in der Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm eine starke Leistung und gewann vier Kämpfe in der Hauptrunde. Besonders in langen Golden-Score-Duellen bewies er große mentale Stärke. Im Halbfinale unterlag er knapp Hamza Sefsaf aus Belgien und konnte im anschließenden Kampf um Bronze eine Yuko-Wertung gegen Moritz Mäder nicht mehr aufholen.
Thore Schneider, der erstmals in der Gewichtsklasse bis 43 Kilogramm antrat, überzeugte mit zwei Siegen gegen Moritz Pfeifer und Friedrich Hammermüller und präsentierte vielseitiges Judo. Im Halbfinale sowie im Kampf um Platz drei musste er sich jedoch geschlagen geben.
Ferris Schätzler (PSV Erfurt) belegte in der Klasse bis 73 Kilogramm nach zwei Siegen und zwei Niederlagen einen guten siebten Platz. Corvin Krause, Edgar Bauer, Jeremiah Ziermann (alle JC Jena) sowie Bilguudei Munkh-Erdene (JSV Meuselwitz) zeigten großen Kampfgeist und konnten ebenfalls einzelne Siege verbuchen, blieben jedoch ohne Platzierung.
Besonders positiv fiel aus Sicht der Trainer Vincent Giller, Maxime Brausewetter und Benjamin Bouizgarne der starke Teamzusammenhalt auf. Die Thüringer U16 präsentierte sich als geschlossene Einheit, die sich auf und neben der Matte gegenseitig unterstützte und anfeuerte.
Mit Ausnahme von Ferris Schätzler können alle Athleten auch im kommenden Jahr noch in der U16 starten, sodass das Trainerteam optimistisch in die Zukunft blickt und erneut mit Erfolgen auf nationaler Ebene rechnet.
Traditionell fand im Anschluss an die Turniere ein gemeinsames Trainingscamp am Olympiastützpunkt in Köln statt. In drei intensiven Randori-Einheiten nutzten die Thüringer Judoka die Gelegenheit, weiter an ihren individuellen Stärken und Schwächen zu arbeiten und sich unter den Augen der Bundestrainer Juan Cuneo und Jens Malewany zu präsentieren.