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Technik-Workshop im TJV am 7. Februar 2026

Die Sporthalle des SV Harpersdorf war am 7. Februar 2026 gut gefüllt. Der Einladung des Thüringer Judoverbandes zu einem Technik-Workshop sind über 50 Sportler aus 20 Vereinen gefolgt. Die Erwartungen waren groß, denn das Thema lautete „Nage-waza in den Anforderungen für Kyu- …

Die Sporthalle des SV Harpersdorf war am 7. Februar 2026 gut gefüllt. Der Einladung des Thüringer Judoverbandes zu einem Technik-Workshop sind über 50 Sportler aus 20 Vereinen gefolgt. Die Erwartungen waren groß, denn das Thema lautete „Nage-waza in den Anforderungen für Kyu- und Dan-Grade“. Manch einer erwartete Informationen zur „neuen“ Nomenklatur und Klassifizierung der Kodokan-Techniken, was durchaus seine Berechtigung hat. Denn jahrzehntelang erworbenes Wissen über Techniken wie O-soto-otoshi, Seoi-otoshi, Te-guruma, Kata-ashi-dori usw. lassen sich nicht von heute auf morgen revidieren. Selbst die Eigenständigkeit von Ippon-seoi-nage und Sode-tsurikomi-goshi ist vielen noch unbekannt. Ganz zu schweigen von den „Gaeshi-Techniken“ des Masterprogrammes. Doch all dies stand nicht im Zentrum des Lehrganges und wurde nur am Rande durch die beiden Referenten Dr. Dirk Haas und David Ackermann berührt. Im Fokus stand vielmehr die Frage, wie Techniken als Bewegungsformen zur Lösung von Kampfsituationen für eine Graduierung geübt und demonstriert werden sollen. Was sind „wenn-dann-Situationen“, die in den Anforderungen an Kyu-Grade erwähnt sind? Was ist unter „freien Interaktionen“ in den Anforderungen für Dan-Grade zu verstehen?

Ausgehend von einfachsten Ausführungen wurde die Uke-Rolle im Herstellen von Standardsituationen geübt (Zug und Druck, Schrittstellungen vor und zurück als isolierte Teilbewegungen) und mit den Techniken des Grundprogramms für den 7. und 6. Kyu gefüllt. Für viele der anwesenden Sportler war dies neu, obwohl bereits im Judomagazin der Jahre 2019 bis 2021 die „neue“ moderne Anfängermethodik in großem Umfang vorgestellt wurde. Wird das Fachorgan des DJB zu wenig wahrgenommen?

Ab dem 5. Kyu sind Techniken aus „einfachen Situationen“ zu demonstrieren. Deshalb wurden nun die Bewegungsformen „Uke zieht“ und „Uke schiebt“ als Vor- und Rückwärtsbewegung sowie die Seitbewegung von Tori und Uke nach rechts und links mit der Methode des Werfens im Quadrat realisiert. Verschiedene Nage-waza des Grundprogrammes sind hier in vielerlei Kombinationen möglich, was sowohl Tori und auch Uke fordert und fördert. Davon konnten sich die Teilnehmer durch das eigene Üben überzeugen.         

Als Ausgangspunkt für die Technikdemonstrationen des Erweiterungsprogramms wurde die Situation der abgebeugten Haltung Ukes und Toris „Gross-grip“ vorgegeben. Entsprechend der GKKZ waren die Teilnehmer aufgefordert, Lösungen zum Werfen in alle Richtungen zu finden. Vorgestellte Ergebnisse wurden dann durch alle Teilnehmer geübt. So mancher Sportler konnte hierbei die eigene Technik-Variantenvielfalt erweitern.

 

 

O-soto-gari

Tani-otoshi/

Hikkomi-gaeshi 

 

 

O-uchi-gari

 

Soto-makikomi

 

Cross-grip

 

 

De-ashi-barai

Harai-goshi/

Harai-makikomi

 

Hikkomi-gaeshi

 

 

Sumi-gaeshi

Zum Training der Nage-waza des Dan-Bereiches wurde zunächst die Begrifflichkeit „freie Interaktion“ erläutert. Dann war jedes Trainingspaar aufgefordert, eine selbst gewählte Anwendungssituation mit verschiedenen Techniken zu füllen und an­schließend zu präsentieren. Kompetenzorientiertes Lernen am praktischen Beispiel. Jeder Sportler konnte sich einbringen und von anderen profitieren.

Von Interesse der Teilnehmer war auch die Frage zur Bewertung unter Verwendung der definierten Niveaustufen. Durch den Referenten wurde der enge Zusammen­hang von Niveaustufe und dem fachdidaktischen Modell des Koordinations­anforderungs­reglers (KAR) erläutert. Zu spüren war die Unsicherheit einiger Graduierungs­berechtigten, die sich statt vager Begriffe wie „mäßiges/ flüssiges/ hohes Tempo“ oder „Grobform/ verfeinerte Form/ große Präzision“ lieber an einer Technik-Idealform analog der Ver­gangenheit orientieren möchten. Ja, es gilt noch so manchen alten Topf zu entleeren und den Zugang zu neuen Wege zu finden. Von den Teilnehmern des Technik-Workshops war die Bereitschaft vorhanden und Nachfolgelehrgänge nachdrücklich gewünscht.