Licht und Schatten für Thüringer Judoka beim 27. Internationalen Messecup in Erfurt

Der Thüringer Judoverband blickt auf ein intensives Wochenende beim 27. Internationalen Messecup der Altersklasse U16 in Erfurt zurück. Das traditionsreiche Bundessichtungsturnier lockte auch in diesem Jahr mehr als 500 Judoka aus dem In- und Ausland in die Thüringer Landeshauptstadt und bot den Nachwuchsathletinnen und -athleten die Möglichkeit, sich auf nationalem Spitzenniveau zu messen. Vor den Augen von Bundestrainer Juan Cuneo zeigten die Thüringer Starterinnen und Starter engagierte Leistungen, auch wenn die sportliche Bilanz insgesamt gemischt ausfiel.

Eine besondere Herausforderung stellte in diesem Jahr die Organisation der Veranstaltung dar. Da der ausrichtende Erfurter Judoclub nicht auf die gewohnte Wettkampfstätte zurückgreifen konnte, wurde das Turnier erstmals in der Riethsporthalle ausgetragen. Trotz dieser Umstellung verliefen sowohl der Wettkampfbetrieb als auch die gesamte Organisation reibungslos. Ein großer Dank gilt dem Erfurter Judoclub sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die mit ihrem Engagement für hervorragende Rahmenbedingungen sorgten.

Für das sportliche Highlight aus Thüringer Sicht sorgte Skyla Hertwig (PSV Erfurt, -52 kg). In ihrer mit 29 Teilnehmerinnen stark besetzten Gewichtsklasse überzeugte die Erfurterin mit einer starken Turnierleistung und gewann alle fünf Kämpfe. Besonders im Finale bewies sie große Nervenstärke. Nach einem frühen Yuko-Rückstand kämpfte sie sich eindrucksvoll zurück und sicherte sich verdient die Goldmedaille.

Auch ihre Vereinskameradin Luna Sens (PSV Erfurt, -48 kg) zeigte ein starkes Turnier. Nach vier Siegen zog sie souverän ins Finale ein, wo sie auf die Niederländerin Nika Thuijls traf. In einem ausgeglichenen Kampf musste sich Luna erst nach sechs Minuten im Golden Score geschlagen geben und gewann damit die Silbermedaille. Umso bemerkenswerter ist diese Leistung, da sie als jüngerer Jahrgang in der Altersklasse an den Start ging.

Neben den beiden Medaillengewinnerinnen konnten sich folgende Thüringer Athletinnen und Athleten platzieren:

Fünfte Plätze:

• Ferris Schätzler (PSV Erfurt, -73 kg)

• David Merbach (PSV Erfurt, -46 kg)

Siebter Platz:

• Sara Landgraf (Kodokan Erfurt, -40 kg)

Trotz der erfreulichen Medaillenerfolge der Thüringer Mädchen blieb das Gesamtergebnis insbesondere im männlichen Bereich etwas hinter den Erwartungen zurück. Mehrere Athleten zeigten gute Ansätze, konnten ihre Möglichkeiten jedoch nicht vollständig ausschöpfen. Die Wettkämpfe machten deutlich, in welchen Bereichen weiterer Entwicklungsbedarf besteht.

Umso wertvoller war das traditionell im Anschluss an den Messecup stattfindende Nachwuchstrainingscamp in Jena. Unter der Leitung von Bundestrainer Juan Cuneo sowie den LLS-Trainern Markus Kost und Vincent Giller absolvierten rund 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Sonntag und Montag vier intensive Technik- und Randorieinheiten. Dabei erhielten die Nachwuchsjudoka die Möglichkeit, sich mit starken Trainingspartnern aus dem gesamten Bundesgebiet zu messen, gezielt an erkannten Schwachstellen zu arbeiten und wichtige Impulse für die kommenden Wettkämpfe mitzunehmen.

Gemeinsam für Thüringen!

Junges Thüringer Team sammelt wertvolle Erfahrungen – Bronze für Hertwig

Am vergangenen Wochenende war die U16-Auswahl des Thüringer Judoverbands bei den Bundessichtungsturnieren in Düsseldorf und Duisburg im Einsatz. Die traditionell stark besetzten Wettkämpfe stellten für das sehr junge Team eine große Herausforderung dar.

Die Mädchen gingen in Düsseldorf an den Start und wussten trotz starker Konkurrenz zu überzeugen. Allen voran zeigte Skyla Hertwig (PSV Erfurt) eine herausragende Leistung und unterstrich eindrucksvoll ihr Potenzial auf nationalem sowie internationalem Niveau. Nach einer Auftaktniederlage gegen Lien van Ratingen aus den Niederlanden war sie in der mit 33 Teilnehmerinnen stark besetzten Gewichtsklasse gezwungen, den langen Weg durch die Trostrunde zu gehen. Diese Aufgabe meisterte die junge Sportschülerin mit großer Entschlossenheit. Mit Siegen über Iris Dunet, Paula Schumacher, Liesbeth Krüger, Nahla Frick, Jule Doll und Larissa Gottwald kämpfte sie sich bis auf das Podest vor und sicherte sich verdient die Bronzemedaille.

Auch Elise Reuken (JC Jena), Luna Sens (PSV Erfurt) und Sara Landgraf (Kodokan Erfurt) konnten Akzente setzen und jeweils einen Kampf für sich entscheiden, mussten sich jedoch im weiteren Turnierverlauf geschlagen geben. Für Sara reichte es am Ende für einen siebten Platz.

Die männliche Auswahl stellte sich in Duisburg der starken Konkurrenz. Auch wenn es diesmal noch nicht für eine Medaille reichte, überzeugten die Thüringer Judoka mit engagierten Auftritten. Eric Weber (JSV Auma) und Thore Schneider (JC Jena) verpassten mit jeweils fünften Plätzen nur knapp das Podium.

Eric Weber zeigte in der Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm eine starke Leistung und gewann vier Kämpfe in der Hauptrunde. Besonders in langen Golden-Score-Duellen bewies er große mentale Stärke. Im Halbfinale unterlag er knapp Hamza Sefsaf aus Belgien und konnte im anschließenden Kampf um Bronze eine Yuko-Wertung gegen Moritz Mäder nicht mehr aufholen.

Thore Schneider, der erstmals in der Gewichtsklasse bis 43 Kilogramm antrat, überzeugte mit zwei Siegen gegen Moritz Pfeifer und Friedrich Hammermüller und präsentierte vielseitiges Judo. Im Halbfinale sowie im Kampf um Platz drei musste er sich jedoch geschlagen geben.

Ferris Schätzler (PSV Erfurt) belegte in der Klasse bis 73 Kilogramm nach zwei Siegen und zwei Niederlagen einen guten siebten Platz. Corvin Krause, Edgar Bauer, Jeremiah Ziermann (alle JC Jena) sowie Bilguudei Munkh-Erdene (JSV Meuselwitz) zeigten großen Kampfgeist und konnten ebenfalls einzelne Siege verbuchen, blieben jedoch ohne Platzierung.

Besonders positiv fiel aus Sicht der Trainer Vincent Giller, Maxime Brausewetter und Benjamin Bouizgarne der starke Teamzusammenhalt auf. Die Thüringer U16 präsentierte sich als geschlossene Einheit, die sich auf und neben der Matte gegenseitig unterstützte und anfeuerte.

Mit Ausnahme von Ferris Schätzler können alle Athleten auch im kommenden Jahr noch in der U16 starten, sodass das Trainerteam optimistisch in die Zukunft blickt und erneut mit Erfolgen auf nationaler Ebene rechnet.

Traditionell fand im Anschluss an die Turniere ein gemeinsames Trainingscamp am Olympiastützpunkt in Köln statt. In drei intensiven Randori-Einheiten nutzten die Thüringer Judoka die Gelegenheit, weiter an ihren individuellen Stärken und Schwächen zu arbeiten und sich unter den Augen der Bundestrainer Juan Cuneo und Jens Malewany zu präsentieren.

 

Gemeinsam wachsen – Thüringer U13-Auswahl überzeugt in Petersberg

Eine vereinsübergreifende Auswahl der Altersklasse U13 des Thüringer Judoverbandes folgte der Einladung zum 25. Petersberger Rauschenbergturnier. Die Nominierung durch den TJV-Talentscout Maxime Brausewetter bot den jungen Athletinnen und Athleten die Möglichkeit, sich auf hohem Wettkampfniveau zu messen, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und als Team zusammenzuwachsen.

Bereits am Vortag stand ein gemeinsames Training beim PSV Eisenach auf dem Programm. In einer intensiven Trainingseinheit konnten die Nachwuchsjudoka voneinander lernen, neue Trainingsimpulse aufnehmen und wichtige soziale Bindungen knüpfen. Die anschließende Übernachtung in der Halle sowie die gemeinsame Fahrt zum Wettkampf stärkten zusätzlich den Teamgeist.

Am Wettkampftag präsentierte sich das Thüringer Team in beeindruckender Form. Mit hoher Konzentration, Mut und großem Einsatz erkämpften sich die jungen Talente zahlreiche Podestplätze:

Gold:

• Leonie Kostejn (JC Jena)

• Otto Feustel (Greizer JC)

• Nathaniel Stanja (JC Jena)

• Oscar Dix (PSV Erfurt)

Bronze:

• Joleen Dröschler (JC Jena)

• Marlene Reuken (JC Jena)

• Kaisar Sharbo (PSV Erfurt)

• Nurdin Omerovic (PSV Eisenach)

• Luca Schönheit (Erfurter Kampfsportzentrum)

Diese starken Leistungen unterstreichen die Qualität der Nachwuchsarbeit in Thüringen und zeigen, welches Potenzial in den jungen Judoka steckt. Gleichzeitig macht die Maßnahme deutlich, wie wichtig vereinsübergreifende Trainings- und Wettkampfprojekte für die langfristige Entwicklung junger Talente sind.

Ein besonderer Dank gilt dem PSV Eisenach für die Organisation des Trainings und der Übernachtung sowie allen beteiligten Trainern, Betreuern und Eltern für ihre engagierte Unterstützung.

Technik-Workshop im TJV am 7. Februar 2026

Die Sporthalle des SV Harpersdorf war am 7. Februar 2026 gut gefüllt. Der Einladung des Thüringer Judoverbandes zu einem Technik-Workshop sind über 50 Sportler aus 20 Vereinen gefolgt. Die Erwartungen waren groß, denn das Thema lautete „Nage-waza in den Anforderungen für Kyu- und Dan-Grade“. Manch einer erwartete Informationen zur „neuen“ Nomenklatur und Klassifizierung der Kodokan-Techniken, was durchaus seine Berechtigung hat. Denn jahrzehntelang erworbenes Wissen über Techniken wie O-soto-otoshi, Seoi-otoshi, Te-guruma, Kata-ashi-dori usw. lassen sich nicht von heute auf morgen revidieren. Selbst die Eigenständigkeit von Ippon-seoi-nage und Sode-tsurikomi-goshi ist vielen noch unbekannt. Ganz zu schweigen von den „Gaeshi-Techniken“ des Masterprogrammes. Doch all dies stand nicht im Zentrum des Lehrganges und wurde nur am Rande durch die beiden Referenten Dr. Dirk Haas und David Ackermann berührt. Im Fokus stand vielmehr die Frage, wie Techniken als Bewegungsformen zur Lösung von Kampfsituationen für eine Graduierung geübt und demonstriert werden sollen. Was sind „wenn-dann-Situationen“, die in den Anforderungen an Kyu-Grade erwähnt sind? Was ist unter „freien Interaktionen“ in den Anforderungen für Dan-Grade zu verstehen?

Ausgehend von einfachsten Ausführungen wurde die Uke-Rolle im Herstellen von Standardsituationen geübt (Zug und Druck, Schrittstellungen vor und zurück als isolierte Teilbewegungen) und mit den Techniken des Grundprogramms für den 7. und 6. Kyu gefüllt. Für viele der anwesenden Sportler war dies neu, obwohl bereits im Judomagazin der Jahre 2019 bis 2021 die „neue“ moderne Anfängermethodik in großem Umfang vorgestellt wurde. Wird das Fachorgan des DJB zu wenig wahrgenommen?

Ab dem 5. Kyu sind Techniken aus „einfachen Situationen“ zu demonstrieren. Deshalb wurden nun die Bewegungsformen „Uke zieht“ und „Uke schiebt“ als Vor- und Rückwärtsbewegung sowie die Seitbewegung von Tori und Uke nach rechts und links mit der Methode des Werfens im Quadrat realisiert. Verschiedene Nage-waza des Grundprogrammes sind hier in vielerlei Kombinationen möglich, was sowohl Tori und auch Uke fordert und fördert. Davon konnten sich die Teilnehmer durch das eigene Üben überzeugen.         

Als Ausgangspunkt für die Technikdemonstrationen des Erweiterungsprogramms wurde die Situation der abgebeugten Haltung Ukes und Toris „Gross-grip“ vorgegeben. Entsprechend der GKKZ waren die Teilnehmer aufgefordert, Lösungen zum Werfen in alle Richtungen zu finden. Vorgestellte Ergebnisse wurden dann durch alle Teilnehmer geübt. So mancher Sportler konnte hierbei die eigene Technik-Variantenvielfalt erweitern.

 

 

O-soto-gari

Tani-otoshi/

Hikkomi-gaeshi 

 

 

O-uchi-gari

 

Soto-makikomi

 

Cross-grip

 

 

De-ashi-barai

Harai-goshi/

Harai-makikomi

 

Hikkomi-gaeshi

 

 

Sumi-gaeshi

Zum Training der Nage-waza des Dan-Bereiches wurde zunächst die Begrifflichkeit „freie Interaktion“ erläutert. Dann war jedes Trainingspaar aufgefordert, eine selbst gewählte Anwendungssituation mit verschiedenen Techniken zu füllen und an­schließend zu präsentieren. Kompetenzorientiertes Lernen am praktischen Beispiel. Jeder Sportler konnte sich einbringen und von anderen profitieren.

Von Interesse der Teilnehmer war auch die Frage zur Bewertung unter Verwendung der definierten Niveaustufen. Durch den Referenten wurde der enge Zusammen­hang von Niveaustufe und dem fachdidaktischen Modell des Koordinations­anforderungs­reglers (KAR) erläutert. Zu spüren war die Unsicherheit einiger Graduierungs­berechtigten, die sich statt vager Begriffe wie „mäßiges/ flüssiges/ hohes Tempo“ oder „Grobform/ verfeinerte Form/ große Präzision“ lieber an einer Technik-Idealform analog der Ver­gangenheit orientieren möchten. Ja, es gilt noch so manchen alten Topf zu entleeren und den Zugang zu neuen Wege zu finden. Von den Teilnehmern des Technik-Workshops war die Bereitschaft vorhanden und Nachfolgelehrgänge nachdrücklich gewünscht.

Ministerpräsident Mario Voigt überreicht den Bundesverdienstorden an Angelika Wilhelm

Seit über 30 Jahren prägt Angelika Wilhelm den Vereins- und Judosport in Schmalkalden und weit darüber hinaus – als erfolgreiche Athletin, Funktionärin und Schiedsrichterin. Als Gründungsmitglied des Thüringer Judo-Verbandes e.V. übernahm sie Verantwortung im Kampfrichterwesen und wurde zur internationalen Kampfrichterin zugelassen. Sie wirkte bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie mehrfach bei den Paralympischen Spielen der sehbehinderten Judoka – von Athen 2004 bis Tokio 2021 – als Kampfrichterin und Kampfrichter-Direktorin.

Auch auf regionaler Ebene engagierte sich Frau Wilhelm mit großem Einsatz: Als Abteilungsleiterin und Geschäftsführerin des SV Schmalkalden 04 e.V., im Kreissportbund Schmalkalden-Meiningen und insbesondere in der Kreissportjugend. Für ihre Verdienste erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter die GutsMuths-Ehrenplakette in Gold und den Ehrenbrief des Freistaats Thüringen. Im Jahr 2015 wurde ihr bereits das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Ihr Wirken steht für Leidenschaft, Disziplin und gelebte Solidarität im Sport – weit über das eigentliche Ehrenamt hinaus. Für ihr jahrzehntelanges, herausragendes Engagement im Thüringer Judosport wird Frau Angelika Wilhelm nun mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse - einer höheren Stufe des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland – geehrt.